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01.07.2020

 

Lockerung der Fonds de Roulement-Vergabekriterien ab 01.07.2020

 

Dank der Aufstockung des Fonds de Roulement gibt es wieder genügend Liquidität, so dass die Vergabekriterien für Darlehen gelockert werden können. Auch wird der Fonds de Roulement für ein weiteres Label, den weit verbreiteten GEAK® (Gebäudeenergieausweis der Kantone), geöffnet.

 

Der Fonds de Roulement ist ein zentrales Förderinstrument des Bundes für den gemeinnützigen Wohnungsbau. Er ermöglicht Darlehen für Neubau- und Erneuerungsprojekte sowie für den Kauf von bestehenden Objekten und von Bauland. Die Darlehen mit Laufzeiten von 20 bis 25 Jahren können als quasi Risikokapital betrachtet werden, d.h. sie werden nachrangig zum Bankkredit gewährt und befinden sich in einem Bereich, in dem die Bank aus Risikosicht nicht mehr investiert (Belehnung von bis zu 90% der Anlagekosten möglich). Der aktuelle Zinssatz von 1% kann vor diesem Hintergrund als durchaus attraktiv beurteilt werden.

 

In Folge Ablehnung der Volksinitiative „Mehr bezahlbare Wohnungen“ tritt nun der indirekte Gegenvorschlag des Bundesrates in Kraft und der Fonds de Roulement wird um 250 Millionen Franken aufgestockt. Dank dieser Liquidität können die vormals verschärften Vergabekriterien wegen knapper Mittel per 1. Juli 2020 wieder gelockert werden. So darf eine einzelne Genossenschaft neu mit bis zu CHF 20 Mio. (zuvor CHF 10 Mio.) am Fonds beteiligt sein und der beantragte Darlehensbetrag je Gesuch darf bis CHF 5 Mio. (bisher CHF 3 Mio.) betragen. Diesbezügliche Ausnahmen sind ebenfalls vorgesehen.

 

Eine zentrale Änderung besteht zudem darin, dass bei Neubauprojekten auch mit dem kostengünstigen GEAK® ein respektabler Förderbeitrag beantragt werden kann. So ermöglicht eine GEAK®-Bewertung von A/A, A/B oder B/A neu ein Darlehen von CHF 30'000 je Wohnung. Wenn sich eine Genossenschaft somit nicht mit dem Konzept von Minergie anfreunden kann und keine Alterswohnungen analog LEA erstellen will, bietet sich mit dem GEAK® eine attraktive Alternative.

 

Wie bisher kann bei der umfassenden Sanierung der Gebäudehülle ein Förderbeitrag von bis zu CHF 30'000 je Wohnung beantragt werden. Im Einklang mit der Energiestrategie 2050 des Bundes gibt es aber auch bei den Erneuerungsvorhaben Änderungen. So ist nicht nur bei der Sanierung entsprechend der Minergie-Systemerneuerung ein erhöhtes Darlehen von CHF 40'000 je Wohnung möglich. Ein solcher Betrag kann neu auch für Liegenschaften, die nach der Sanierung mit GEAK® C/B oder besser bewertet werden, gewährt werden, sofern die GEAK®-Verbesserung mehr als zwei Stufen ausmacht. Weiter werden auch Sanierungen des Gebäudeinnerns neu mit CHF 15'000 je Wohnung unterstützt, wenn gleichzeitig Massnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz der Liegenschaft vorgesehen sind.

 

Eine tabellarische Übersicht über die maximalen Darlehensbeträge pro Wohnung finden Sie hier.

 

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