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08.06.2018

  

Delegiertenversammlung WOHNEN SCHWEIZ vom 7. Juni 2018 in Cham

 

Rund 180 Personen, darunter 121 Delegierte, durfte der Präsident von WOHNEN SCHWEIZ Daniel Burri an der diesjährigen Delegiertenversammlung in Cham begrüssen. Im Lorze-Saal, mitten im Chamer Dorfzentrum, befanden sich u.a. auch die Ständeräte Joachim Eder (ZG) und Peter Föhn (SZ) unter den zahlreichen Gästen.

 

Vor dem offiziellen Teil referierten drei Persönlichkeiten über aktuelle Herausforderungen im gemeinnützigen Wohnungsbau im Kanton Zug. Den Anfang machte Kurt Landis, Leiter Amt für Wohnungswesen im Kanton Zug. Er präsentierte die Wohnpolitik mit den verschiedenen Fördermassnahmen aus Sicht des Kantons. Die Eigentumsquote ist mit 40% im schweizweiten Verglich überdurchschnittlich hoch. Kurt Landis: «Trotz dieser hohen Quote werden in unserem Kanton rund 27% des Mietwohnungsbestandes als preisgünstig eingestuft. Die Problematik ist, dass freie Wohnungen oft unter der Hand vergeben werden und kaum auf den Markt kommen. Bei einem Leerwohnungsbestand von nur gerade 0.25% spielt der Markt nicht.» Kurt Landis erläuterte Beispiele, wie bei Verhandlungen zwischen Kanton und Investoren oder Baugenossenschaften durchaus eine win-win-Situation entstehen kann. Hans Steinmann, Gemeinderat in Baar, präsentierte zwei konkrete Förderprojekte in seiner Gemeinde. Er zeigte auf, wie ortsansässige Baugenossenschaften von der Gemeinde unterstützt werden, ohne dass die Gemeinde als Bauherrin auftritt: «Wir geben Land im Baurecht ab, gewähren tiefe Baurechtszinsen oder vergeben zinsfreie Darlehen.»

 

Ruth Dössegger, Geschäftsleiterin der Baugenossenschaft GBC in Cham, brachte es auf den Punkt: «Sehr oft gibt es die Situation, dass Senioren in ihren grossen Wohnungen verbleiben, nachdem die Kinder ausgeflogen sind. Mit neuen Richtlinien versuchen wir, ältere Bewohner zu motivieren, eine kleinere Wohnung zu beziehen.» Wichtig ist, dass solche Kleinwohnungen auch wirklich gebaut werden.

 

Fonds de Roulement bleibt wichtiges Instrument

Im offiziellen Teil der Delegiertenversammlung richtete Matthias Michel, Regierungsrat des Kantons Zug, seine Grussbotschaft an die Versammlung. Der Präsident Daniel Burri kam in seinem Jahresbericht wie im Vorjahr nochmals auf den Bundesbeschluss zur Aufstockung des Fonds de Roulement zu sprechen. WOHNEN SCHWEIZ lehnt – wie der Bundesrat – die Volksinitiative «Mehr bezahlbare Wohnungen» des Mieterverbandes ab. Dem Parlament wurde inzwischen jedoch eine Aufstockung des Fonds de Roulement um 250 Millionen Franken unterbreitet. Damit soll von 2020 bis 2030 die Förderung von jährlich rund 1600 Wohnungen sichergestellt werden. Daniel Burri: «Wir pflegen enge Kontakte zu unseren bürgerlichen Parlamentariern, um Überzeugungsarbeit zu leisten und die nötigen Mehrheiten zu beschaffen.» Der Fonds de Roulement ist und bleibt ein zentrales Instrument, um weiterhin neue Projekte im preisgünstigen Wohnungsbau nachhaltig unterstützen zu können.

 

Anerkennungspreis für herausragendes Projekt

Bereits zum dritten Mal durfte WOHNEN SCHWEIZ den Anerkennungspreis für aussergewöhnliche und innovative Genossenschaftsarbeit vergeben. Die Auszeichnung ging diesmal in den Kanton Solothurn: Ernst Hürlimann, Präsident der Wohnbaugenossenschaft am Dorfbrunnen Lüsslingen-Nennigkofen beeindruckte mit seinem aussergewöhnlichen Projekt. Ein altehrwürdiges Bauernhaus wurde zu einem Wohnhaus für ältere Menschen umgebaut. Es galt, die aktuellen Herausforderungen an altersgerechten Wohnraum in Bezug auf Hindernisfreiheit, Beleuchtung, Belüftung und Raumaufteilung mit dem historischen Charakter des 1787 errichteten Bauernhauses zu verbinden. Daniel Burri: «Wir dürfen heute ein herausragendes genossenschaftliches Bauprojekt auszeichnen, welches wegweisende Ansätze modellhaft umsetzt und dabei Massstäbe für die gesamte Branche setzt.» Der Anerkennungspreis ist mit CHF 15‘000.00 dotiert. Zum Abschluss der offiziellen Delegiertenversammlung orientierte Dr. Ernst Hauri, Direktor Bundesamt für Wohnungswesen, über den aktuellen Stand der Schweizer Wohnpolitik.

 

Dokumente:

  • Bericht Zuger Zeitung vom 9. Juni 2018 [PDF]
  • Gesamtpräsentation DV 2018 WOHNEN SCHWEIZ [PDF]
  • Präsentation Vorprogramm DV 2018 WOHNEN SCHWEIZ [PDF]
  • Präsentation Dr. Ernst Hauri – Bundesamt für Wohnungswesen BWO [PDF]
  • Präsentation Lüsslingen-Nennigkofen – Anerkennungspreis [PDF]