Was ist eigentlich eine preisgünstige Wohnung? Und wie können Städte und Gemeinden sicherstellen, dass neu geschaffener Wohnraum langfristig bezahlbar bleibt? Das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) hat dazu einen neuen Orientierungsrahmen veröffentlicht. Die Publikation wurde am 6. November 2026 im Rahmen der Schweizer Wohntage vorgestellt.
Die Frage, was als preisgünstig gilt, lässt sich nicht für die ganze Schweiz gleich beantworten. Die Grundstücks- und Baukosten, die örtlichen Mietpreise und die Einkommen der Bevölkerung unterscheiden sich teilweise erheblich. Genau hier setzt die neue Publikation an. Der Orientierungsrahmen zeigt Städten und Gemeinden, wie sie preisgünstigen Wohnraum definieren und entsprechende Vorgaben festlegen können. Dabei werden drei Perspektiven berücksichtigt: die tatsächlichen Anlagekosten, das lokale Mietpreisniveau und die finanziellen Möglichkeiten der Haushalte.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Siedlungsentwicklung nach innen. Wenn durch Aufzonungen oder andere planerische Massnahmen zusätzlicher Wohnraum ermöglicht wird, können Gemeinden einen bestimmten Anteil preisgünstiger Wohnungen vorsehen. Wichtig ist, dass solche Vorgaben frühzeitig bekannt sind und die Wirtschaftlichkeit der Projekte berücksichtigt wird.
Der Orientierungsrahmen ist freiwillig
Dieser macht keine schweizweit verbindlichen Vorgaben, sondern bietet eine Methode, mit der Gemeinden passende Lösungen für ihre örtlichen Verhältnisse entwickeln können. Auch Fragen zur langfristigen Sicherung der Mietpreise und zur Belegung der Wohnungen werden behandelt. Für Wohnbaugenossenschaften und andere gemeinnützige Wohnbauträger bietet die neue Publikation eine zusätzliche Grundlage für Gespräche mit Gemeinden, Planungsbehörden und Grundeigentümern.